Der Atlantische Lachs – Wanderer zwischen Süßwasser und Meer
Der Atlantische Lachs (Salmo salar) ist einer der beeindruckendsten Wanderfische unserer Gewässer. Er verbringt sein Leben sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser und legt dabei tausende Kilometer zwischen Fluss und Ozean zurück.
Das Leben eines Lachses beginnt im Süßwasser eines Flusses. Die erwachsenen Tiere kehren aus dem Atlantik in genau den Fluss zurück, in dem sie selbst geschlüpft sind. Dieser ausgeprägte Heimfindungsinstinkt basiert auf dem Erdmagnetfeld, Geruchsstoffen des Wassers und chemischen Signalen anderer Lachse.
Zum Laichen graben die Weibchen eine Mulde im Kiesbett des Flusses, das sogenannte „Redd“. Dort werden die Eier abgelegt und durch die Männchen befruchtet. Viele Lachse sterben nach dem Laichen, da die Reise flussaufwärts sehr viel Kraft in Anspruch nimmt. Einige wenige schaffen jedoch den Rückweg ins Meer und beginnen den Zyklus erneut.
Vom Ei zum Jungfisch
Nach etwa sechs Monaten schlüpfen im Frühjahr die Jungtiere. Zunächst leben sie vom Dottersack, mit dem sie geboren werden. Sobald dieser aufgebraucht ist, verlassen sie das Kiesbett.
In den ersten Wochen sind sie besonders gefährdet, da sie erstmals an die Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase zu füllen. Später entwickeln sie eine typische Streifenzeichnung, die ihnen Tarnung bietet. In diesem Stadium – als sogenannte „Parr“ – wachsen sie ein bis drei Jahre im Fluss heran.
Der Weg ins Meer
Sobald die Junglachse eine Länge von etwa 10 bis 24 Zentimetern erreicht haben, verändert sich ihr Körper. Dieser Prozess, das sogenannte „Smolting“, bereitet sie auf das Leben im Salzwasser vor.
Im Frühjahr wandern sie mit der Strömung Richtung Meer. Dort legen sie enorme Strecken zurück – bis zu 100 Kilometer pro Tag – und wachsen rasch heran. Je nach Entwicklung verbringen sie ein bis mehrere Jahre im Atlantik, bevor sie schließlich in ihren Geburtsfluss zurückkehren, um dort selbst zu laichen und den Kreislauf des Lebens fortzusetzen.
